Camp Waldpiraten
Das "Camp Waldpiraten" bei Heidelberg ist das erste Camp
für krebskranke Kinder und Jugendliche im deutschsprachigen
Raum - ein Projekt der Deutschen
Kinderkrebsstiftung, realisiert u.a. mit finanzieller
Unterstützung des ELTERNTREFF leukämie- und tumorerkrankter Kinder e.V., Dortmund,
und anderen bundesweit bestehenden Elterngruppen sowie vieler großzügiger Einzel-Spender.
Seit 1999 bietet die Deutsche Kinderkrebsstiftung
Camp-Freizeiten für Kinder und Jugendliche aus Österreich,
der Schweiz und Deutschland an, für die nun seit dem Sommer 2003
eine feste Bleibe im
Heidel- berger Stadtwald zur Verfügung steht, das "Waldpiraten-Camp".
Dieses Camp verfolgt folgende Ziele: Es ist konzipiert
für Kinder, die an Krebs erkrankt sind. In
erlebnispädagogischen Aktivitäten werden die Camper sozial,
emotional und physisch herausgefordert. Sie werden ermutigt, die
Herausforderungen anzunehmen, um ihren persönlichen Erfolg zu
erzielen und dann darüber zu reflektieren. Absicht und Ziel aller
erlebnispädagogischen Aktivitäten liegen dabei im Prozess und
nicht im Ergebnis. Jeder gewinnt auf seine Art und Weise, weil er
angeregt wird, seine selbstempfundenen Grenzen zu überschreiten.
Das Ziel ist Selbstbewusstsein, Zuversicht und Vertrauen zu
stärken. Wichtig ist vor allem immer der Spaß an der Sache.
Größeres Selbstvertrauen hilft auch, mit den Herausfor-
derungen der Erkrankung fertig zu werden. Die Camper erfahren, dass sie
mit ihrem Schicksal nicht allein sind und finden eine Umgebung vor, in
der sie nichts erklären müssen.
Auf dem Gelände der "Waldpiraten" können jedes
Jahr rund 400 Kinder und Jugendliche Erholungsfreizeiten erleben. Dabei
wird nicht nur an die Krebskranken selber gedacht, sondern auch an ihre
oftmals "vergessenen" Geschwister, für die die Erkrankung in der
Familie eine besondere Belastung darstellt. Auch Kinder, deren
Gesundheitszustand einen Ferienaufenthalt in einer üblichen
Einrichtung nicht erlauben würde, können berücksichtigt
werden: Zum Betreuerteam der "Waldpiraten" gehört eine im Umgang
mit Krebskranken erfahrene Pflegekraft, die medizinische Versorgung
wird zudem durch einen Arzt in Rufbereitschaft gesichert.
Die Einrichtungen auf dem 14.000 qm großen
Gelände mit altem Baumbestand und viel Platz für Sport und
Spiel umfassen sieben zum Teil behindertengerechte Gruppenhäuser,
Sporteinrichtungen, großzügige Gemeinschaftsgebäude
sowie Räumlichkeiten für Theater und Musik und eine Ton- und
Holzwerkstatt. Das große Volleyballfeld und das Amphitheater
laden zu Aktivitäten im Freien ein, und wie es sich für
Piraten gehört, überragt ein Kletternetz mit Ausguck den
Spielhügel. Das Campgelände ist nicht nur in den Ferien
geöffnet, sondern steht auch zu anderen Zeiten für eine
Vielzahl von Veranstaltungen zur Verfügung, wie z.B.
Elterntreffen, Familienseminare,
Wochenend-
freizeiten einzelner
Elterngruppen, Jugendseminare, Seminare für verwaiste Eltern und
berufliche Fortbildungen zu diesem speziellen Themenbereich.
Teilnahmebedingungen:
Kinder und Jugendliche, die eine bösartige
Krankheit hinter sich haben, können an einer Campfreizeit im
Waldpiraten-Camp teilnehmen. Auch für deren Geschwisterkinder
steht dieses Camp
offen.
Eine Anmeldung zu den einzelnen Terminen ist über den ELTERN-
TREFF e.V., der sämtliche Kosten für den Aufenthalt sowie die An- und Abreise übernimmt, möglich.