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"Krebs bei Kindern - gibt es das überhaupt?"

... fragen viele Menschen, die mit dem Thema noch nicht in Berührung gekommen sind ...

... Leider lautet die Antwort: Ja! ...

Warum Kinder überhaupt an Krebs bzw. Tumoren erkranken können, ist für viele Eltern zunächst ein Rätsel: Weder spielen angesichts des jungen Alters die bekannten Risikofaktoren eine Rolle. Noch ist die Zeit verstrichen, die bei erwachsenen Patienten viele Risikofaktoren rein statistisch erst zum Krebsauslöser gemacht hat. Auch die Frage "haben wir etwas falsch gemacht", müssen sich Eltern deshalb trotzdem nicht stellen: Wissenschaftler und Ärzte gehen heute davon aus, dass die Ursachen für Krebs bei Kindern nicht eindeutig im Einzelfall zu belegen sind. Möglicherweise haben die Veränderungen im Erbmaterial, die aus einer gesunden Zelle eine Tumorzelle gemacht haben, bereits vor der Geburt ihren Anfang genommen.

Krebs im Kindesalter kommt zwar vergleichsweise selten vor, aber dennoch: Eines von 500 Kindern in der BRD erkrankt innerhalb der ersten 15 Lebensjahre daran. Jährlich werden dem Deutschen Kinderkrebsregister in Mainz rd. 1.800 Neuerkrankungen gemeldet. Die wirkliche Zahl dürfte noch höher liegen, da leider noch nicht alle Fälle erfasst werden.

Bösartige Erkrankungen und Tumore bei Kindern unterscheiden sich unter verschiedenen Gesichtspunkten von denen der Erwachsenen. Es kommen zum Beispiel überwiegend Krebsarten vor, die man bei Erwachsenen entweder gar nicht oder nur selten findet. Etwa die Hälfte der kleinen Patienten leidet unter Leukämien und Lymphomen; es folgen Hirntumoren, das Neuroblastom als Tumor des Nervensystems, schließlich der Wilms-Tumor, auch Nephroblastom genannt, der sich in der Niere entwickelt. Bei kleinen Kindern treten überwiegend Erkrankungen auf, die sich aus embryonalem Gewebe ableiten; erst bei größeren Kindern und Jugendlichen finden sich dann auch andere Krebsarten wie Weichteil- und Knochensarkome, aber nur selten echte Karzinome, die als Tumorarten bei Erwachsenen die Mehrzahl ausmachen. Wenn man alle Krebserkrankungen bei Kindern insgesamt betrachtet, kann man heute sagen: 

Dank fortschrittlicher Behandlungsmethoden bestehen gute Heilungsaussichten. Zwei von drei Kindern, bei manchen Tumorarten sogar 90% der Patienten, werden wieder gesund.

Voraussetzung dafür ist die Behandlung in einem Zentrum für Kinderonkologie, wo Ärzte und andere beteiligte Berufsgruppen auf die Behandlung krebskranker Kinder spezialisiert sind und über langjährige Erfahrung verfügen, wie dies bei dem "West-fälischen Kinderzentrum" in Dortmund der Fall ist. Die Krebser-krankung eines Kindes oder eines Jugendlichen bedeutet zunächst immer ein lebensbedrohliches Ereignis, das ein-schneidende Veränderungen für die Familie mit sich bringt. In den Behandlungszentren wird die ganze Familie mit einbezogen und auf dem langen Weg durch die Therapie von besonders geschultem Personal begleitet.

Welche Arten von Krebs kommen bei Kindern vor? 

Die häufigsten Diagnosegruppen bilden laut Statistik des Deutschen Kinderkrebsregisters Leukämien und Lymphome, gefolgt von Tumoren des Zentralnervensystems.

Die Behandlung von Tumoren richtet sich nach der jeweiligen Art und Ausbreitung sowie dem Alter des Kindes. In der Regel werden mehrere Behandlungsverfahren, wie Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie kombiniert; es handelt sich also um eine "multimodale" Therapie. Ziel der Behandlung ist die komplette Vernichtung des Tumors bzw. der bösartigen Zellen (= kurative Therapie). Auch kleinste "Zellnester", die sich mit den üblichen Diagnoseverfahren nicht nachweisen lassen, sollen durch die Chemotherapie zerstört werden, damit es nicht zu einem Rückfall der Erkrankung kommen kann. Bei weit fortgeschrittenen Erkrankungen kann die Behandlung auch darauf ausgerichtet sein, das Tumorwachstum zu verzögern oder tumorbedingte Beschwerden zu mildern (= palliative Therapie). Welche Methoden in welcher Reihenfolge angewendet werden, ist natürlich für die einzelnen Krankheitsbilder und -stadien unterschiedlich. Für jeden Tumorpatienten wird ein individueller Behandlungsplan erstellt.

Wie sieht es mit Spätfolgen aus?

Gerade weil die Mehrzahl der betroffenen Kinder heute so gute Chancen auf Heilung hat, entstehen viele neue Fragen: Wie lange müssen Kinder und Jugendliche nachbetreut werden? Können ehemals krebskranke Kinder als Erwachsene ganz normal leben? Hat die Behandlung, vor allem die Chemotherapie, Spätfolgen? Wie sieht es mit eigenen Kindern aus? Die Kinderärzte, vor allem die Spezialisten der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie und des gleichnamigen Kompetenznetzes (www.kinderkrebsinfo.de), tragen mit Ihren Informationen dazu bei, dass auch ihre Fachkollegen, die Erwachsene behandeln, nicht ratlos vor den ehemaligen Krebspatienten mit ihren Fragen stehen.

Wie sieht es mit dem Leben in der Familie aus?

Auch der ELTERNTREFF e.V. hilft mit seinem Möglichkeiten, dass Kinder mit Krebs und ihre Familien Aussichten auf eine gute Behandlung haben, optimal nachversorgt werden und Eltern und Geschwister die Krankheit mittragen können, ohne unter der Last zusammen zu brechen.

 
Vereins-
anschrift: 
ELTERNTREFF
leukämie- und tumor-
erkrankter Kinder e.V.

Humboldtstraße 52-54
44137 Dortmund

 

Telefon:  0 23 1 / 2 06 34 15
Fax:  0 23 1 / 2 06 38 03
E-Mail:  buero@elterntreff-dortmund.de

Das Finanzamt Dortmund-Hörde hat dem ELTERNTREFF e.V. seit der Gründung die "Gemeinnützigkeit" zuerkannt.