Therapiegarten

Therapiegarten für die kinderonkologische Station K41
…mit allen Sinnen genießen

Entfaltung der schöpferischen Kräfte und Anregung der Selbstheilungskräfte durch die unterstützende Begleitung in unserem Therapiegarten
Ein Garten ist ein Stück Erde, das der Mensch in seiner Bestreben nach einem Ort voll Harmonie, Friede, Freude und Wachstum nach seinen Bedürfnissen anlegt und gedeihen lässt. Insbesondere Kinder/ Jugendliche mit einer onkologischen Grunderkrankung, aber auch deren Angehörige, fallen nach der Diagnose „Krebs“ oftmals in eine Starre. Sie sind förmlich entwurzelt, herausgerissen aus ihrem bisherigen Leben. Aber Leben ist Wandel, und dieser Wandel ist unmittelbar in der Natur, im Garten, spürbar. Die Patienten können zum „Gärtner“ ihres eigenen Lebens werden und über die Gartenpflege wieder zu sich selbst finden.

Meine Erfahrungen aus der kunsttherapeutischen Arbeit haben gezeigt, dass es auf der seelischen Ebene um vier große Grundthemen geht: „Sinnhaftigkeit“, „Inneres Licht“, „Liebe zum Leben“, „Spüren der eigenen Lebendigkeit“.

Durch die bewusste Förderung und Pflege dieser Inhalte können den vielverbreiteten Problemfeldern „Angst“, „Schmerz“, „Abhängigkeit“ und „fehlende Autonomie“ während und nach der Behandlung aktiv entgegen gewirkt werden.

Was onkologisch erkrankte Kinder im Garten tun können
Nachfolgend einige ausgewählte Beispiele in Bezug auf die oben genannten Themen

Sinnhaftigkeit:
Aussäen, gießen, Blumenschmuck für die Station pflücken, Insektenhotel bauen, Obst ernten und zu Marmelade etc. verarbeiten, aus Blüten und Pflanzen eigene Malfarben herstellen, Duft-Memorys und Kräuterseifen herstellen, Vögel füttern, etc.

Inneres Licht:
Geheimnis von Wachstum und Vergehen ergründen, den ewigen Kreislauf der zeigt, dass alles, was im Herbst zu Ende geht, sich im Frühjahr mit gewaltigen Kräften erneut seinen Weg bahnt. Die Natur liefert uns so starke und ermutigende Bilder, wie wir sie in Worte gar nicht fassen können. Sein Inneres Licht kann hier jeder Mensch, fern von Glaube, Religion und Sprache erleben.

Liebe zum Leben:
Sonne auf der Haut spüren, Blumenkränze flechten, Picknick im Gras mit Freunden, Blumenfest zusammen feiern, eine Pflanze auf ihrem Weg begleiten, Beziehung zu einem Baum/ Platz pflegen, an Rosen riechen, mit geschlossenen Augen „sehen“, farbstarke Bilder malen, Vogelgezwitscher lauschen, gar nichts tun, und noch viel mehr.

Sich selbst spüren:
Bäume und Pflanzen kennen lernen, Naturtagebuch führen, durch die eigenen Hände Neues formen, graben, Lichtqualitäten der verschiedenen Tages- und Jahreszeiten bewusst erleben, Perspektive wechseln- etwas ganz kleines mal ganz genau betrachten, Zeichnen nach lebendigen Vorlagen, und noch viel mehr.

Dortmund, im April 2014

Katja Schultz
Kunsttherapeutin

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